Tolle Texte Woche 49 2025
- Die gekaufte Macht des "Fredy" Gantner
Philipp Albrecht, Lukas Häuptli, Priscilla Imboden
Geld und Politik lagen schon immer nahe beieinander. Für eine Demokratie kann dies allgemein problematisch sein, oder gar – bei intransparentem Verhältnis – gefährlich. Die Republik hat wertvolle Arbeit geleistet, die Beziehung zwischen Staats- und Volksvertretern und den privaten Unternehmern aufgedeckt und klarer dargestellt.
Doch ist es wirklich im Interesse der Schweiz, wenn sie ihre Exporte bremst, indem ihre Unternehmen in den USA produzieren statt in der Schweiz und damit zahlreiche Arbeitsplätze dorthin verlagert werden?
Und ist es im Interesse der Schweizer Bürgerinnen, wenn schwerreiche Geschäftsmänner in der Aussenwirtschaftspolitik die Weichen stellen – und gar Verhandlungen führen, in denen Schweizer Volksvertreter überhaupt nicht mehr im Raum sitzen?
Eine Frage immerhin scheint beantwortet: Im Interesse von Alfred Gantner ist es schon.
- Republik
- Hockey Sticks and Crosses: Images that define the globalization debate
Anthea Roberts & Nicolas Lamp
In diesem Artikel stellen die Autoren einige der hockey sticks und crosses vor, die sie in ihren Buch Six Faces of Globalization: Who Wins, Who Looses, and Why It Matters genauer analysiert haben. Die hockey sticks und crosses bilden die Grundlage für Narrative, die unsere Sicht auf die Welt massgeblich beeinflussen. Damit hängt auch zusammen, wie wir unsere eigene Lage beeinflussen, und welche Politik wir als richtig oder sinnvoll betrachten.
- Video: Political Concepts Debate - Is the Present Historical Moment Unprecedented?
Mark Blyth & Samuel Moyn
Gespräch über die heutige Zeit, die Sicht der Westlichen Welt (besonders USA) auf "den Rest", und wo unsere Narrative im Verhältnis zur "Realität" stehen, oder was wir als "Realität" verstehen wollen.
- Zu Russland:
'He must have got this from K.' von Michael Weiss: Wie es zum "peacedeal" und den "Friedensverhandlungen" in Genf kam. Zu diesem Thema auch von der WOZ 'Diplomatie, ein Gerücht' von Anna Jikhareva.
Weiter habe ich diese Woche noch Carlo Masalas Wenn Russland gewinnt: ein Szenario gelesen, dass die Dringlichkeit einer europäischen Strategie eindrücklich aufzeigt. In dieser Strategie muss auch die Schweiz ihren Platz finden und sich aktiv beteiligen. Es gibt in der Vergangenheit genug Lektionen, die die Nutzlosigkeit der "Neutralität" an sich aufzeigen. Auch die "bewaffnete Neutralität" verdient nur dann ihren Namen, wenn die Bewaffnung der Bedrohungslage entspricht; dieser Zug ist in der Schweiz wohl vor einigen Jahrzehnten abgefahren.
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